Eine verborgene Schlucht – und warum Zypern mich täglich überrascht

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Paul

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Das hier ist kein Guide. Es ist eine Liebeserklärung an Zypern im Winter – an diese stillen Momente, in denen das Licht zwischen Felsen steht, die Luft nach Mandelnblüten riecht und du plötzlich alleine bist. Genau deshalb verrate ich den Ort nicht. Die Stille lebt davon, dass sie still bleibt.

Verborgene Schlucht bei Theletra in Zypern, steile Felswände und schmale Pfade

Was du hier bekommst: ehrliche Inselmomente, kleine Learnings, warum Zypern mich gepackt hat – und am Ende Hinweise, wo du markiert & sicher gehen kannst. Ohne Spoiler, ohne Geotags.

Winter auf Zypern: Postkarten ohne Menschen

Im Winter hörst du hier manchmal nur den Wind. Cafés haben offen, aber niemand hetzt. Wege sind frei, Strände leer, und selbst bekannte Ecken wirken plötzlich neu.

Ich mag diese Jahreszeit: klare Luft, wärmende Mittagssonne im Rücken, windgeschützt hinter einer Mauer. Die Insel atmet ruhiger – und genau dann stolpere ich in die besten Momente.

Der Tag, an dem ich in einer Schlucht stand

Kein Schild, kein Weg. Ein schmaler Spalt, kalter Stein, ein Streifen Himmel. Zwei Schritte vor, einer zur Seite. Schuhe greifen, Hände tasten.

Es riecht nach den Blüten der Mandelbäume, Thymian, Salbei und Rosmarin. Irgendwo tropft Wasser, sonst Stille. Gegen Mittag trifft ein warmes Lichtfenster den Spalt der Schlucht – für ein Stunden Minuten wird es wieder richtig warm.

Die verborgene Schlucht von Theletra: Das Abenteuer abseits der Touristenpfade in Zypern

Wenn du nur an Strände und Meer denkst, wenn du von Zypern sprichst, dann hast du vermutlich ziemlich viel verpasst. Im Westen der Insel, in Paphos, weit weg von den bekannten Touristenorten, warten echte Naturwunder darauf, entdeckt zu werden. Eines davon: die Schlucht von Theletra. Ein geheimer Ort, versteckt zwischen Felsen und Büschen. Und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Dieser Ort ist verdammt gut versteckt. Du wirst ihn weder auf Google Maps finden, noch ist es sehr wahrscheinlich, dass dir Einheimische vor Ort weiterhelfen werden. Dieser Ort hat seinen Preis – du musst ihn wirklich finden wollen, um besuchen zu dürfen.

Warum sich der Weg gelohnt hat? Es war ein echtes Abenteuer! Ruhe statt Selfie-Schlange. Während andere in der Avakas-Schlucht für ein Foto unter dem schwebenden Stein anstanden, hatten wir hier die Natur ganz für uns allein. Aber einfach war der Weg nicht. Eigentlich war es gar nicht der Weg an sich – der war machbar. Der Trick war, die Schlucht überhaupt zu finden. Sie ist so gut zwischen den Felsen versteckt, dass man locker daran vorbeilaufen kann, ohne sie zu bemerken.

Wir suchten geschlagene drei Stunden. Drei Stunden voller Feldwege. Dornenbüsche. Falsche Abzweigungen. Es war wie eine Schnitzeljagd ohne Hinweise. Am Ende, eine Mischung aus Frust und dem festen Willen, nicht aufzugeben. Wir liefen über Felder und kämpfte uns durchs Dickicht, auf der Suche nach der sagenumwobenen Schlucht von Theletra.

Wandern in Zypern: Die geheime Schlucht von Theletra entdecken

Theletra liegt im Westen Zyperns, in der Gegend Paphos, umgeben von Berglandschaften und Feldern. Früher war es ein lebendiges Dorf, jetzt ist es still um die Ruinen der alten Häuser geworden. Die neue Siedlung liegt ein paar Kilometer entfernt. Die Geschichte des Dorfes ist auch eine sehr interessante und erzählt von einem ganzen Dorf, das nicht aufgeben wollte und sich am Ende durchsetzte. Das ist aber eine ganz andere Geschichte, die ich bei Gelegenheit gerne noch erzähle.

Die Schlucht selbst? Ein gut gehütetes Geheimnis. Sie ist so gut versteckt, dass sie bis heute still und geheimnisvoll geblieben ist. Kein offizieller Weg führte dorthin. Keine Hinweisschilder, keine Tavernen, keine Souvenirläden. Einfach nichts. Du musst den Eingang selbst finden – und nur ein unbeugsamer Wille bringt dich in diese kleine, jahrtausendealte Welt tief im Felsen.

Über Jahrtausende fraß sich das Wasser durch den Felsen und schuf eine verborgene Welt tief im felsigen Untergrund. Die Schlucht ist so gut versteckt, dass sie bis heute still und geheimnisvoll geblieben ist. Kein offizieller Weg führt dorthin. Es gibt keine Hinweisschilder, keine Tavernen oder Souvenirläden auf dem Weg dorthin. Du musst den Eingang selbst finden – und nur ein unbeugsamer Wille kann dich zu dieser kleine, jahrtausendealten Welt tief im Felsen bringen.

Blühender Mandelbaum am Eingang zur Schlucht bei Theletra

Einen Hinweis gebe ich dir mit: Vor dem Abgrund, der zum Eingang in diese verborgene Welt führt, steht ein Mandelbaum. Im Frühling blüht er stolz und zeigt dir den Eingang – als wäre er der Hüter dieser geheimen Welt.

Wie finde ich die geheime Schlucht von Theletra? Tipps und Herausforderungen beim Wandern in Zypern

Ich dachte, es würde eine kurze Wanderung werden, und wir wären schnell wieder zum Mittagessen zurück. Doch die Suche nach der Schlucht gestaltete sich deutlich länger und verlangte eine Menge Geduld und einen unbeugsamen Willen. Es gab keine Hinweise, keine Orientierungspunkte. Nur ein paar Bilder aus einer Wander-Facebook-Gruppe. Der genaue Standort wurde nirgends verraten, auch nicht auf Nachfrage. Also beschlossen wir, uns selbst auf die Suche zu machen.

Tipp: Wenn du dir noch unsicher bist oder einfach neugierig, was dich erwartet – schau dir mein Video zur Schlucht von Theletra an! Vielleicht bekommst du ja genau die Motivation, die du brauchst, oder genießt die Atmosphäre einfach von zu Hause aus.

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Abenteuer in der verborgenen Schlucht von Theletra

Wir gingen quer durch Felder, kämpften uns durch Dornenbüsche und trotzten der intensiven Frühlingssonne Zyperns. Dass es sich lohnen würde, daran hatten wir keine Zweifel. Wir hatten die wunderschönen Bilder dieser anderen Welt mitten in den Bergen von Paphos gesehen. Auch wenn wir genug Wasser mithatten, machte die Hitze uns die Suche nicht wirklich leichter.

Und dann sah ich ihn: den Mandelbaum in voller Blüte. Dahinter eine Schlucht, die tief hinabzugehen schien. Ich stieg den leichten Abhang hinab, direkt am Baum vorbei, um näher an den Abgrund zu kommen. Steil ging es hinunter, die Schlucht war dicht mit Büschen zugewachsen. Kein Abstieg an dieser Stelle möglich. Ich drehte mich um, um zurückzugehen, und sah einen Spalt. Rechts vom blühenden Mandelbaum. Er zog mich irgendwie magisch an. Es war ein unbeschreibliches Gefühl – fast unwirklich zog mich der zugewachsene Spalt im Felsen an. Ein Hauch von Erleichterung und Vorfreude überkam mich. War diese Öffnung zwischen den Felsen tatsächlich der Eingang in die Schlucht? Die Schlucht, die wir schon über drei Stunden gesucht hatten?

Ich ging am blühenden Mandelbaum vorbei. Ein schmaler Pfad schlängelte sich zwischen den Felsen entlang. „Wir haben ihn gefunden!“ schrie ich. „Ich glaube, das ist sie!“ wiederholte ich laut, während ich mich schnellen Schrittes am Baum vorbei auf den Eingang zwischen den Felsen zubewegte.

Wandern in Zypern: Der Einstieg in die Schlucht von Theletra

Mit klopfendem Herzen trat ich ein. Es war, als würde ich eine Grenze überschreiten – eine unsichtbare Linie, die die Welt da draußen von dieser geheimnisvollen Sphäre trennte. Die Luftfeuchtigkeit erhöhte sich schlagartig auf über 100 %. Es wurde kühler. Ich spürte, wie sich Tropfen auf meinem Gesicht und meinen Armen bildeten. Die Luft fühlte sich plötzlich feucht und schwer an, als hätte sie sich gegen jeden Atemzug gestemmt. Mein Puls stieg an, und jeder Schritt hallte gespenstisch von den rauen, feuchten Felswänden wider.

Der Weg wurde immer schmaler, die Felsen rückten mit jedem Schritt näher zusammen. Ich war umgeben von rauen Strukturen, deren tief eingekerbte Linien und Rillen die Geschichte unzähliger Jahrtausende erzählten. Es war, als hätten Wasser und Zeit ihre Spuren hinterlassen – wie eine steinerne Landkarte uralter Zeiten.

Dann hob ich den Blick – und da war sie: die Öffnung weit oben, eine Spalte im Felsdach, durch die das Licht wie aus einer anderen Welt hineinströmte. Es war nicht einfach nur Helligkeit – es war ein schmaler, lebendiger Strahl, der die Dunkelheit durchbrach. Die Moosschichten an den Felswänden begannen im Licht grünlich zu schimmern, als ob sie plötzlich zum Leben erwachten.

Der Anblick war magisch. Eben noch bedrückend eng, und plötzlich strahlte das Licht durch die Öffnung – surreal – fast wie ein Gruß von draußen. Für einen Moment blieb ich stehen, überwältigt von der Schönheit und Magie dieses ungewöhnlichen Ortes. Es war, als wäre ich tief in eine andere Welt eingedrungen – an einen anderen Ort, den nur wenige jemals betreten hatten.

Vorsichtig ging ich weiter durch die engen, schattigen Gänge. Der Boden war uneben, feucht und glitschig. Jeder Atemzug hallte in der Stille wider. Durch die Felswände zog sich ein Pfad, der sich immer weiter zu verengen schien. Die Luft blieb kühl und schwer – als würde die Schlucht die Hitze der Außenwelt einfach aussperren.

Schlucht von Theletra – Wandern abseits der Massen

Immer wieder blieb ich stehen. An den Wänden entdeckte ich die faszinierenden Schauspiele der Natur. Wasser perlte an den moosbewachsenen Steinen ab. Aus den rauen, porösen Gesteinsschichten sprießten zarte, hellgrüne Blätter. Sie schmiegten sich an die unregelmäßige Oberfläche, wie winzige Lebewesen, die sich an das raue Umfeld angepasst hatten und sich zum Licht, das von oben in die Schlucht hineinschien, hinzogen. Ihr leuchtendes Grün bildete einen scharfen Kontrast zum dunklen, feuchten Fels.

Grüne Pflanzen wachsen an steilen Felswänden in der Schlucht von Theletra, Zypern – Lichtstrahlen durchbrechen die enge Schluchtöffnung

Ich näherte mich, betrachtete die feinen Stiele und die runden Blätter, die sich wie kleine Schirme dem spärlichen Licht entgegenstreckten. Ein Sonnenstrahl fiel genau auf diese Stelle und ließ die Blätter beinahe leuchten, als wären sie aus einem anderen Material gefertigt – leicht durchscheinend, fast glühend grün.

Der Blick wanderte nach oben, und ich sah, wie die Pflanzen sich die steile Wand hinaufzogen, bis zur Öffnung weit oben, durch die das Tageslicht hereinschien. Es war, als würde die Natur hier eine geheime Botschaft hinterlassen haben – ein stilles, aber unübersehbares Zeichen des Lebens inmitten dieser steinernen Umarmung.

Ich fühlte mich klein und zugleich erfüllt von einer tiefen Ehrfurcht vor dieser geheimnisvollen, lebendigen Welt, die sich hier schon seit Jahrtausenden im Verborgenen versteckt hielt. Ich ging weiter, immer tiefer in diese verborgene Welt hinein. Die Luft wurde schwerer, fast drückend. Der sanfte Windhauch, den ich zuvor noch gespürt hatte, war weg. Mit jedem Schritt wurde es dunkler. Es fühlte sich an, als würde die Schlucht das Licht einfach verschlucken. Ich drehte mich kurz um und sah, wie die Lichtstrahlen, die die Pflanzen erhellten, langsam hinter mir verblassten – wie ein letzter Gruß der Außenwelt.

Ich blieb kurz stehen, atmete tief durch und tastete vorsichtig nach meiner Taschenlampe. Der Schalter klickte, und ein schwacher Lichtstrahl durchbrach die Dunkelheit. Sofort breitete sich eine merkwürdige Erleichterung in mir aus – endlich wieder etwas Sicht.

Der Lichtkegel wanderte die rauen Wände entlang, die sich wie ungleichmäßige Wellen übereinander schichteten. Die Strukturen wirkten fast wie Muster aus einer anderen Zeit. Das Wasser hat sich hier durch die Geschichten des Gesteins gemeißelt. Die Oberfläche schien uneben und zerfurcht. An manchen Stellen glänzte sie leicht vom kondensierten Wasser, das an ihr hinab tropfte.

Die Enge der Schlucht – Zwischen Mut und Zweifel

Ich richtete die Taschenlampe nach vorne. Der Weg wurde noch enger. Die Wände kamen so dicht zusammen, dass ich mich seitlich hindurchzwängen musste. Langsam bewegte ich mich weiter, die Lampe in der ausgestreckten Hand vor mir, um die schmalen Stellen auszuleuchten.

Plötzlich erfasste der Lichtstrahl eine tiefe Einkerbung im Fels, wie eine schmale Spalte, die sich ins Nichts zu verlieren schien. Die Dunkelheit dahinter war fast erdrückend. Der Fels wirkte lebendig, fast atmend, als ob er sich bewegte, sobald ich nicht hinsah.

Mein Atem ging schneller, und ich zwang mich zur Ruhe. Ich konzentrierte mich auf die Details: die feinen Linien im Gestein und die Feuchtigkeit, die die Oberfläche wie eine spiegelnde Haut überzog. In der Ferne hörte ich ein leises Tropfen, das rhythmisch die Stille durchbrach.

Ich bewegte die Lampe weiter, leuchtete die Decke ab, die sich wie eine Kuppel über mir wölbte. Tropfen sammelten sich an den Kanten und fielen mit dumpfem Geräusch auf den Boden. Die Wände fühlten sich kalt und feucht an – fast glitschig an manchen Stellen. Ich rutschte ein wenig mit dem Fuß aus und hielt mich instinktiv am Fels fest.

Enger Felsdurchgang in der Schlucht von Theletra, Zypern – Mutprobe für Abenteuerwanderer

Dann wurde der Spalt so schmal, dass ich ernsthaft überlegte, umzukehren. Ich zögerte einen Moment. Doch die Neugier schob mich von hinten. Sie verscheuchte den Gedanken an eine Umkehr wie eine starke Böe, die plötzlich aufzieht und die letzten Nebelschwaden vertreibt.

Ich nahm meinen Rucksack ab und schob ihn vor mir durch die Lücke. Zentimeter für Zentimeter drückte ich mich hindurch, die Lampe zwischen die Zähne geklemmt, um die Hände frei zu haben. Es fühlte sich an, als würde mich die Schlucht fest umarmen und nicht weiterziehen lassen wollen.

Endlich erreichte ich eine kleine Ausbuchtung, es wurde wieder breiter. Und es wurde auch wieder heller. Ich drehte mich vorsichtig um und richtete die Taschenlampe auf den Weg, den ich gekommen war. Die Dunkelheit verschluckte alles hinter mir – als hätte ich eine unsichtbare Grenze überschritten.

Ein geheimer Ort – Das Ende und der Anfang

Am Ende der Passage erwartete mich ein Anblick, der mir den Atem raubte. Zunächst sah ich nur einen einzelnen Lichtstrahl, der von oben herabfiel und die Dunkelheit durchbrach. Wie ein leuchtendes Band zog er sich durch die schmale Öffnung im Fels. Ich sah die aufgewirbelten Staubpartikel, die in der Luft tanzten. Es war, als würde die Sonne einen erneuten Gruß in die Tiefe senden – ein Fingerzeig aus der Welt da oben.

Langsam ging ich weiter den schmalen Gang entlang, und dann sah ich, wie der Fels über mir sich öffnete. Die Wände waren von natürlichen Linien und Rillen durchzogen, die sich wie die Adern eines uralten Wesens in die Höhe wanden. Es wirkte, als hätte die Zeit selbst hier ihre Spuren hinterlassen. Es fühlte sich an, als würde die Schlucht die vielen Geschichten flüstern, die nur die wenigsten zu hören bekamen.

Moos und Flechten bedeckten die unteren Partien, die im Licht grünlich schimmerten. Oben, an den Rändern der Öffnung, wuchsen vereinzelt Pflanzen – tapfer und zäh, sich dem Licht entgegenstreckend. Wie Überlebenskünstler an der Grenze zwischen Schatten und Helligkeit. Das Licht ließ die feuchten Felsflächen schimmern und warf goldene Reflexionen auf den Boden. Es sah aus, als würden die Steine selbst glühen, als hätte das Gestein das Licht der Außenwelt in sich aufgenommen und bewahrt.

Der Raum war still, bis auf das gleichmäßige Tropfen, das irgendwo weiter oben von den Wänden fiel. Mein Atem und Herzschlag hallten von den rauen Flächen wider und klangen wie ein leiser, rhythmischer Pulsschlag der Schlucht selbst. Ich stand einfach nur da, vollkommen überwältigt von dieser natürlichen Kathedrale.

Inmitten dieser archaischen Schönheit fühlte ich mich winzig. All die Strapazen, die Ängste und Zweifel? Plötzlich bedeutungslos. Alles verschmolz zu einem einzigen Gefühl von Staunen, Ehrfurcht und Bewunderung.

Ich ließ die Taschenlampe sinken. Mein Atem beruhigte sich. Ein Gefühl von Ruhe breitete sich in mir aus. Diese Schlucht – roh, wild, von Zeit und Wasser geformt – war mehr als nur ein Wanderziel. Sie war ein Ort, der die Essenz des Unbekannten verkörperte, ein Raum, der mich forderte und mir zugleich zeigte, wie klein ich doch im Angesicht der Natur war.

Ich ließ meinen Blick schweifen, saugte jedes Detail auf, jeden Felsvorsprung, jede feine Rille im Gestein. Die Sonnenstrahlen spielten mit den Formen, ließen die Felsen lebendig erscheinen. Es war, als ob die Schlucht selbst atmete. Als ob sie für einen Moment ihre Geheimnisse preisgab, nur um sie gleich darauf wieder in Dunkelheit zu hüllen.

Verborgene Schlucht bei Theletra in Zypern, steile Felswände und schmale Pfade

Das war das Ende der Schlucht. Weiter ging es nicht. Dies war die letzte Kammer dieser verwunschenen Welt. Es schien, als hätte die Natur selbst hier eine Grenze gezogen. Als wollte sie mir sagen, dass dies der Punkt war, an dem diese unbeschreibliche Welt begann und meine Reise endete.

Ich ließ meinen Blick ein letztes Mal über die steilen Wände wandern, die sich wie die Rippen eines uralten Wesens nach oben zogen. In der Mitte des Raumes glühte der Lichtstrahl noch immer, als würde er den Anfang einer Geschichte markieren – den Punkt, an dem das Wasser vor Jahrtausenden beschlossen hatte, sich in die Tiefe zu graben. Hier, in dieser kleinen, stillen Kammer, hatte das langsame, stetige Werk der Natur begonnen. Das Wasser und die Zeit hatten zusammen diese Welt geschaffen. Unbeeindruckt von der Geschwindigkeit, mit der die Zeit dahinfließt.

Ich spürte eine Mischung aus Ehrfurcht und Melancholie. Es fühlte sich fast an, als würde ich mich von einem alten Freund verabschieden. Einem Freund, der mir alte Geschichten erzählt hatte. Geschichten die keiner Worte bedürfen. Geschichten von Formen, Farben und die überwältigende Schönheit von dieser tief im Felsen verborgenen Welt.

Ich drehte mich langsam um, warf einen letzten Blick hoch in die strahlende Öffnung über mir und machte mich auf den Rückweg. Mit ruhigen, fast bedächtigen Schritten ging ich zurück durch die schmalen Gänge, durch die Enge, die mich noch vor kurzem festgehalten hatte. Jetzt fühlte ich mich leicht und voller Dankbarkeit. Diese Schlucht hatte mir ihre Geschichten erzählt, die nicht in Worten zu fassen sind.

Als ich die schmalen Passagen hinter mir ließ, spürte ich langsam wieder die Wärme der Sonne auf meiner Haut. Mit jedem Schritt, den ich zurück ins Helle machte, blieb die Dunkelheit der Schlucht hinter mir – aber die Erinnerungen wird für immer bleiben.

Wandertipps Theletra: Die perfekte Ausrüstung für die geheime Schlucht in Zypern

Nach dieser einzigartigen Erfahrung ein paar Tipps, falls du dich auch auf den Weg machst:

  • Festes Schuhwerk: Der Weg ist rutschig und unwegsam.
  • Taschenlampe: Ohne Licht geht hier gar nichts.
  • Wasser und Snacks: Die Suche kann dauern!
  • Kletterhandschuhe: Für besseren Halt in engen Passagen.
  • Mut und Geduld: Du wirst beides brauchen!
  • Kamera: Um die einzigartigen Lichtspiele festzuhalten.

Gut vorbereitet wirst du die Herausforderung meistern – und am Ende mit unvergesslichen Eindrücken belohnt.

Naturwunder Zypern erleben: Warum die Schlucht von Theletra ein absolutes Muss ist

Die Schlucht von Theletra war mehr als nur eine Wanderung. Es war ein Abenteuer, das mich körperlich und emotional herausgefordert hat. Die Einsamkeit, die Stille und die unvergleichliche Atmosphäre dieses Ortes bleiben lange im Gedächtnis.

Abenteuer, Anstrengung und am Ende die pure Freude – die Schlucht von Theletra ist mehr als nur ein versteckter Ort. Sie ist ein Symbol dafür, dass die besten Erlebnisse manchmal Geduld und Mut erfordern. Wer sich hier durchgekämpft hat, nimmt nicht nur Erinnerungen mit – die Schlucht bleibt irgendwie hängen.

Dieses Abenteuer ist nichts für Komfortsuchende – aber genau deshalb so lohnenswert! Wer sich darauf einlässt, wird belohnt. Ein echtes Highlight abseits der Touristenströme.

So finde ich solche Orte

  • Im Winter bewusst das warme Mittagsfenster (ca. 11–14 Uhr) nutzen.
  • Offline-Karten, aber keine Geotags posten.
  • Gute Schuhe statt Mutproben.
  • Nach Regen lieber nicht – rutschig lohnt nicht.
  • Nichts zertrampeln, nichts mitnehmen, Müll wieder raus.
  • Wenn es eng oder unsicher wird: umdrehen.

Wenn du lieber markiert gehst

Nicht jeder mag Wegsuche. Gut so – Zypern hat genug markierte Pfade und bekannte Highlights, die genauso schön sind.

  • Avakas-Schlucht: spektakulär, offiziell markiert.
  • Akamas-Trails (Aphrodite/Adonis/Smigies): Meerblicke & Natur.
  • Lara-Küste: Weite, Ruhe, Naturschutz.
  • Troodos: Wasserfälle, kühle Alternative im Sommer.

Kleine Learnings

  • Winter ist Gold: leeres Zypern fühlt sich wie ein Geheimnis an.
  • Schuhe > Abenteuerlust.
  • Stille ist ein Wert – sie bleibt, wenn wir sie nicht verraten.
  • Ein guter Tag beginnt mit Wasser, Snack und Plan B.

Fazit

Ich teile gern Gefühle, manchmal auch Standorte. Dieses Mal aber nicht. Wenn du Zypern so erlebst, wird es auch dein Ort.

Paul